Einsatz beim G20-Gipfel: Staatsanwalt ermittelt gegen Polizei | MOPO.de

Der Eingang der Gefangenensammelstelle während des G20-Gipfels

Der Eingang der Gefangenensammelstelle in Harburg während des G20-Gipfels.

Einige mussten sich komplett nackt ausziehen und intensiv abtasten lassen. Andere sollen geschlagen worden sein. Der unglaubliche Umgang der Polizei mit Jugendlichen der Organisation „Die Falken“ aus NRW beim G20-Gipfel hat ein juristisches Nachspiel. Denn jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Polizei.

Sie saßen in einem angemeldeten Bus. Auf dem Weg zu einer angemeldeten Demonstration früh am Sonnabendmorgen des G20-Gipfels. Trotzdem wurden 44 junge Leute – darunter Mitglieder des DGB und der Grünen Jugend – plötzlich auf der Autobahn von einer Polizei-Eskorte umgeleitet und landeten in der Gefangenen-Sammelstelle („GeSa“) in Harburg.

Ohne dass ihnen mitgeteilt wurde, was ihnen überhaupt vorgeworfen wird, wurden sie einzeln abgeführt. Einige mussten sich nackt ausziehen und intensiv abtasten lassen. Kontakt zu einem Anwalt wurde nicht gestattet.

Einigen wurde gesagt, sie müssten bis Sonntagabend nun in der „GeSa“ bleiben, andere hörten, sie würden dem Haftrichter vorgeführt. Doch ganz plötzlich war der Spuk vorbei. Alles abgeblasen und nach fünf Stunden durfte der Bus weiterfahren.

Der Grund dafür ist mittlerweile bekannt: Die Polizei hatte irrtümlich den falschen Bus angehalten. Das erklärte Innensenator Andy Grote (SPD) später im Innenausschuss.

Die Falken erstatteten Anzeige. „Unsere Jugendlichen fühlten sich ohnmächtig, hilflos und eingeschüchtert“, sagte der Landesvorsitzende der Falken, Paul Erzkamp.

Der Staatsanwaltschaft wurde laut Sprecherin ein offener Brief der Falken mit Schilderung der Vorfälle zugeleitet. Nun prüft sie ein Verfahren gegen die Polizei.

– Quelle: http://www.mopo.de/28090152 ©2017

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